Noch nicht quitt mit Ostern

Noch nicht quitt mit Ostern

Noch nicht quitt mit Ostern

# Theologie

Noch nicht quitt mit Ostern

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, wird gesagt. Es geht meist um die Vorbereitung davor. Von Ostern könnten wir sagen: das Fest zieht Kreise. Den großen christlichen Festtagen gehen Zeiten der Vorbereitung voraus wie  die Adventszeit oder Passionswochen. Und es folgen noch vom Fest geprägte oder beleuchtete Zeiten. Im Kirchenjahr werden Sonntage nach dem Christfest und nach dem Fest der Erscheinung (Epiphanias am 6. Januar) gezählt. Der Weihnachtsfestkreis endet erst Anfang Februar, auch wenn viele den Baum vielleicht schon am 28. Dezember aus dem Haus geschafft haben und damit "durch" sind.

An Ostern schließen mehrere Wochen an, in denen das Fest Kreise zieht. Sonntage haben die lateinischen Namen 'Jubelt' oder 'Singt' oder 'Betet'. Als Vikar in der Ausbildung lernten wir als Merkvers den Spruch: Quitten müssen junge Kandidaten roh essen. Während das eher merkwürdig klingt, finde ich aufschlussreich, dass die Kirche gewissermaßen mit Ostern noch lange nicht quitt ist. Quitt sind wir, wenn wir von irgendeiner Bindung (etwa durch Schulden) los sind, der Ausdruck leitet sich von einem Wort für Ruhe her.

Ostern, Kreuz und Auferstehung lässt die Kirche nicht in Ruhe, wann wären wir damit auch "durch"? Es gibt zu denken, gibt Hoffnung, gibt Grund zu feiern. Das Kreuz wurde zu d e m Symbol der Christenheit. Die neue Osterkerze brennt sogar immer bis kommenden Karfreitag. Ohne Kreuz und Evangelium von der Auferstehung, so Paulus, wäre alle Predigt, wäre alle Hoffnung nichts. Wie Quitten reifen müssen, will die Osterbotschaft ein Nachleben haben. 

Wir sind gleichsam an Ostern, Kreuz und Auferstehung, festgemacht.

Dietmar Schmidt-Pultke

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